Ich liebe es

in die Tasten

reinzuhauen

und Texte

rauszuhauen ...

Wenn alles zittert –

und plötzlich der Reformer zu mir spricht       


Ich spreche neuerdings mit Gegenständen.
Oder sie mit mir.


Ganz genau weiß ich das noch nicht.

Vielleicht liegt’s ja am Handyentzug oder an zu viel Klaus Eckel?


Was ich aber weiß:
Neulich im Pilates-Studio hat der Reformer plötzlich angefangen mit mir zu reden

und mir seine intimsten Geheimnisse verraten:

„Hey du. Schön, dass du auch endlich mal deinen Allerwertesten hierher bewegt hast.

Macht ja mittlerweile wirklich jeder. Dabei hatte ich früher ein ziemlich ruhiges Leben.
Bis Hollywood mich entdeckt hat. Plötzlich lagen Schauspielerinnen auf mir drauf –

anmutig wie Schwäne, perfekt geshaped mit Bauchmuskeln, für die man eigentlich einen Waffenschein braucht. Den Rest hat die Instagram-Bubble für mich erledigt.

Und ehe ich mich versah, standen plötzlich alle auf mich – pardon mir.


Heute kommen die Leute mit großen Erwartungen:

Sie wollen alle fit werden. Schlank werden.

Und am besten noch ein Sixpack dazu buchen.


Immerhin lassen sie es sich was kosten.

Umsonst gibt’s bei mir nämlich nichts.

Höchstens den Muskelkater.

Aber jetzt mal der Reihe nach.


Montagmorgen ist meine Lieblingszeit.

Da stehen Menschen mit diesem optimistischen Gesichtsausdruck auf mir,

der ungefähr sowas sagt wie: „Heute werde ich sportlich sein.“


Ich denke mir dann nach fünf Minuten:

Okay ... Wir sprechen uns dann gleich noch mal ...


Von außen sieht das ja echt immer ganz fancy aus.

Anmutig. Langsam. Kontrolliert. Minimalistisch.

Aus meiner Perspektive wirkt es aber eher so, als würden die Menschen versuchen,

kopfüber auf einem Einkaufswagerl zu balancieren. Aber gut.


Mein persönliches Highlight ist ohnehihn der Moment,

wenn die Trainerin sagt: „Noch fünfzehn.“


Ich weiß natürlich, was sie meint. Die Menschen auf mir eher nicht.

Die beginnen dann meistens zu zittern.

Vielleicht aus Angst, dass ihr letztes Stündchen angezählt ist.


Dabei sind das einfach nur ihre Muskeln. 

Diese kleinen Muskelstränge, die plötzlich aufwachen und völlig empört rufen:

„Wer stört hier unsere jahrzehntelange Ruhe?“


Du musst nämlich wissen, dass ich eine ganz besondere Begabung habe:

Ich kann Muskeln aufspüren. Auch die, von denen ihre Besitzer bisher noch gar nichts wussten.

Und nach einer guten Stunde steigen die Menschen dann wieder von mir herunter.
Mehr oder weniger grazil – ich sage nur – frischgeschlüpftes Rehlein auf Glatteis – oder so.


Aber das Faszinierendste ist: Die meisten kommen wieder.

Und ich sehe sie schon kommen – mit ihren großen Fitnessvorsätzen

und diesem optimistischen Blick, der besagt: „Heute wird das bestimmt leichter.“


Nun, ich sag’s mal so: Meine Federn sehen das vermutlich anders. Aber egal.

Wir sehen uns jedenfalls am Montag wieder. Bis dann“



Und ich? – 

... glaub' ich brauch‘ jetzt erstmal einen Iced Matcha Latte. Cheers! ;-)



dieschreibmenschin bloggt ...

von dieschreibmenschin 11. März 2026
Erstes Zwischenfazit nach einer Woche digital Detox mit meiner Teenie-Tochter: Erstaunlich wenig Reibereien, viele Ahas und noch mehr Akku.
von dieschreibmenschin 13. Februar 2026
Warum ein Strauß rote Rosen immer irgendwie "verdächtig" ist und was genau der Valentinstag damit zu tun hat. Ich sag's euch heute mal durch die Blume. ;-)
Ich
von dieschreibmenschin 19. Januar 2026
Lieber ein Blog zum Geburtstag als eine Krise. Was ich – mit 44 – meinem früheren Ich schreiben würde und warum Faltencreme echte Geldverschwendung ist. ;-)
von dieschreibmenschin 30. Dezember 2025
Wenn 2025 ein Text wäre: Fließtext wär’s keiner ;-)
von dieschreibmenschin 25. November 2025
Warum das größte Schnäppchen das ist, dem Black-Friday einfach mal ein Schnippchen zu schlagen.
von dieschreibmenschin 19. Oktober 2025
Warum Eltern manchmal lost in Translation sind, die Jungen Wörter als Vibes benutzen & Sprachlosigkeit manchmal zum Familyalltag gehört: humorvoll & ... "das crazy"!