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Wasser statt Winter – bunt statt weiß:

Wir haben die Gondel gegen die Gondola getauscht



Während der Winter hier in Tirol pünktlich zu Beginn der Osterferien beschlossen hat, noch einmal ein ordentliches Comeback hinzulegen, haben wir beschlossen ein Frühlings-Warm-up einzulegen.

Also: Koffer gepackt, Vorfreude eingepackt und (wieder einmal) Kurs Richtung Süden genommen 🇮🇹.

Denn einen berühmten Spot am Stiefel gab's noch, den wir bisher ausgelassen hatten: Venedig.
Also haben wir die Gondel kurzerhand gegen die Gondola getauscht –

Ein paar Tage ohne Alltag, Schnee und Stress, dafür mit Espresso, Vaporetto und ganz viel Dolce Vita.


Sonntag:
Erste Reihe fußfrei am Canal Grande – und wir mittendrin

Kaum war das Auto in der Parkgarage abgestellt, waren wir in einer anderen Welt. Ab jetzt nur noch zu Fuß oder übers Wasser – und genau das macht es zu etwas ganz Speziellem. 

Die erste Fahrt mit dem Vaporetto (Linie 1) führt uns direkt über den Canal Grande. Palazzi links, Palazzi rechts – und wir mittendrin, mit diesem Blick, der irgendwo zwischen Staunen und „das kann jetzt nicht echt sein“ pendelt. Alles wirkt fast wie eine Kulisse – zu pittoresk, zu fotogen, zu perfekt ...

Und trotzdem ist alles echt: das Licht, das sich im Wasser spiegelt, das sanfte Schaukeln des Bootes, die Gondoliere in ihren gestreiften Shirts, die jedes Klischee bestätigen – ohne dabei kitschig zu wirken ... Wir sind also wirklich da. 

Mitten in Venedig.📍

 

Wohnen wie im Kunstmuseum

Als wir die Tür zu unserem Appartement öffnen, geht das Staunen direkt weiter. Kunst an den Wänden, Skulpturen auf den Tischen, liebevolle Details überall – es fühlt sich an, als wären wir in einer Galerie gelandet, in der man zufällig auch wohnen darf – also so ein bisschen Peggy Guggenheim like.

Und während wir noch überlegen, wo wir uns überhaupt hinsetzen dürfen, versorgt uns Enzo (unser Vermieter) schon mit den besten Insider-Tipps: Wo essen die Venezianer wirklich? Was lohnt sich? Was kann man getrost auslassen?

Und auch die wirklich wichtigen Dinge sind schnell geklärt:
Der Espressokocher im Schrank ist keine Requisite und darf auch tatsächlich benutzt werden – Urlaub gerettet.
Auch der Smart-TV im Wohnzimmer ist einsatzbereit, Netflix inklusive – Kids begeistert. (Wobei er dann tatsächlich kein einziges Mal eingeschaltet wurde. Die Kaffeemaschine hingegen sehr wohl
☺️)

 

Der erste Abend: 

Treiben lassen statt planen

Ohne konkretes Ziel machen wir uns dann auf Richtung Via Garibaldi – und genau dieses planlose Losgehen entpuppt sich schnell als optimale Entscheidung. Venedig funktioniert ohnehin am besten, wenn man es nicht „abarbeitet“, sondern sich einfach treiben lässt. Stehen bleiben, schauen, weitergehen, stehen bleiben, staunen ...

Am Ende landen wir – auf Enzos Empfehlung – in einer typisch venezianischen Trattoria. Dort essen wir (ausnahmsweise) keine Pizza (die gibt’s da auch gar nicht), stattdessen hausgemachte Pasta mit frischem Fisch und köstlichem Tiramisu zum Abschluss. Erster Tag – Perfekter Start. So kann’s weitergehen.

 

Montag:
Zwischen Postkartenmotiven & echten Lieblingsplätzen

Natürlich stehen am zweiten Tag die Klassiker auf dem Programm: Seufzerbrücke, Markusplatz, Dogenpalast, Rialtobrücke. Orte, die man schon unzählige Male gesehen hat – und die trotzdem beeindrucken, wenn man plötzlich selbst davorsteht. Und ja: Natürlich ist es voll. Natürlich ist es viel. Natürlich ist es laut. Und trotzdem verliert man sich immer wieder in kleinen Details, Blickwinkeln und Momenten, die man so nicht erwartet hätte.


Dazwischen Inselhopping

Trotzdem haben wir die Hauptinsel (zumindest für ein paar Stunden) verlassen und steigen in das Vaporetto der Linie 12. Raus aus dem Zentrum, raus aus dem Trubel – rüber nach Burano.

Die „kleine Schwester“ von Murano – die Insel mit dem B statt dem M; die mit der Spitze statt dem Glas; die, mit der Farbpalette, die wirkt, als hätte jemand beschlossen, dass Grau hier einfach keine Option ist. Die Häuser leuchten, die Gassen wirken heller, alles ein bisschen leichter, ein bisschen fröhlicher, ein bisschen weniger „gesetzt“.


Wir spazieren wieder los – ohne Ziel – bestellen einen Sprizz, dazu Cicchetti und fühlen uns schon richtig (ein-)heimisch.

Am Abend nehmen wir dieses Burano-Gefühl mit zurück nach Venedig. Genießen unsere „Sarde in Saor“, die „Spaghetti Vongole“, das Zusammensitzen – und das leise Einverständnis, dass genau das gerade richtig ist (auch wenn’s wieder keine Pizza ist) ...

 

Dienstag:
Die besten Wege & die beste Geschichte

Auch der Dienstag beginnt wieder ohne Plan. Wir schlendern durch Cannaregio, ins jüdische Ghetto, über die kleinen Brücken und durch die schmalen Gassen. Hier wirkt Venedig viel ruhiger, fast ein bisschen wie ein gut gehütetes Geheimnis.

Und dann passiert einer dieser Momente, die man sich nicht ausdenken kann: die Überquerung des Canale mit einem „traghetto“ – wir schippern also von einem Ufer zum nächsten – in der Gondola – mit Gondolieri. Quasi Gondelfeeling zum Low-Budget-Preis – Eigentlich eine kurze, unspektakuläre Sache ... bis ... nun ja, bis sie es eben nicht mehr ist:


Ein Moment der Unruhe beim Andocken, ein leichtes Ungleichgewicht und plötzlich ist mir der Gondoliere näher, als geplant (und mir lieb ist) 🤪 ... Was bleibt, ist ein verlegenes Lächeln –

und die Erkenntnis, dass wohl nicht jeder von sich behaupten kann, dass ein Gondoliere auf ihn draufgefallen ist 😉.

 

Zwischen Weinbar, Bücherträumen & Erinnerungen

Wir bummeln weiter durch die Stadt, vorbei am Fischmarkt, durch enge Gässchen bis zur ältesten Weinbar Venedigs. Ein Glas Rotwein für 16 Euro sorgt für ein kurzes Stirnrunzeln, wird dann aber mit einem inneren „Man gönnt sich ja sonst nichts“ akzeptiert – und hilft ganz nebenbei, das Gondoliere-Intermezzo endgültig zu verarbeiten 😁.

Auch die „Libreria Acqua Alta“ darf (für einen Schreiberling und Bücherwurm wie mich) natürlich nicht fehlen. Die romantische Vorstellung vom entspannten Stöbern relativiert sich zwar recht schnell, aber irgendwo zwischen Bücherstapeln und der berühmten Büchertreppe bleibt der Zauber trotzdem hängen.

 

Ein letzter Abend & ein letzter Geschmack von Italien

Zum Tagesabschluss noch einen Sprizz an der Uferpromenade mit Blick auf San Giorgio Maggiore. Und dann ... Pizza! Nicht, weil’s spektakulär sein muss, sondern weil sie einfach dazugehört. Weil man Italien nicht verlassen kann, ohne eine Pizza gegessen zu haben.

 

Und dann: zurück

Am Mittwochvormittag noch einmal über den Canal Grande, noch einmal schauen, staunen und dieses Gefühl alles aufsaugen zu wollen. Zurück zum Auto, zurück auf die Straße – mit einem kurzen Zwischenstopp in Palmanova, bei dem die letzten Urlaubs-Euros noch sehr konsequent investiert werden 🤪.


Und plötzlich ist man wieder da. Tirol. Schnee. Alltag.

Nur fühlt es sich anders an. Ein bisschen leichter, ein bisschen wärmer, ein bisschen gechillter – und mit Erinnerungen im Gepäck, die für immer hängenbleiben (nicht nur an unserer Magnete-Wand)




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