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3 Wochen ohne Dauer-Scrollen:

Was ich (als Mama) beim Handyexperiment wirklich gelernt habe


Eigentlich wollte ich nur meine Tochter unterstützen. Ihr mit gutem Beispiel vorangehen und gemeinsam aufs Handy verzichten. So nach dem Motto: „Wir machen das jetzt zusammen, dann wird’s weniger schlimm.“

 

Aber, hey: so schlimm war’s gar nicht. Eigentlich war‘s sogar ziemlich entspannt – und ehrlich gesagt auch ziemlich aufschlussreich:

 

„No Drama“. Ich schwör‘s!

Dabei war ich vorbereitet. Wirklich gut gerüstet für Endlos-Diskussionen, Türknallen und Teenie-Revolte ... Doch stattdessen gab‘s 15 Minuten Handyzeit pro Tag. Und danach? – Handy weg. Aus. Keine Debatte. Kein Drama. Und irgendwann sogar der Satz: „Es geht mir eigentlich eh nicht ab.“

 

Bämmm. Da war ich kurz irritiert.

Dieses Gerät, ohne das vor ein paar Wochen gar nichts ging, war plötzlich ... entbehrlich!?

Damit hab‘ ich nicht gerechnet! Zumindest nicht so schnell.

 

Neue Gewohnheiten statt Dauer-Scrollen

Was sie stattdessen gemacht hat: Handlettering, Kuchen backen, ihrem kleinen Bruder beim Basketball-Training zuschauen ... und: sie hat ihre Langeweile auch einfach mal ausgehalten! (Wusste gar nicht, dass das heutzutage noch geht.)

 

Und vor allem: wir haben wieder mehr geredet. Weil dieses ständige „Ich muss noch schnell irgendwas checken“ nicht mehr da war. Fast so, als wäre das „Ich könnte ja was verpassen“ gar nicht so dramatisch, wie wir immer geglaubt haben ...

 

 

Mein persönliches Learning 

Die größte Erkenntnis hatte ich tatsächlich für mich selbst: Und sie hat weniger mit Handyzeit zu tun als mit Reaktionszeit. Ich bin nämlich jemand, der immer schnell reagiert und antwortet. Und beruflich halte ich das auch nach wie vor für richtig und wichtig. Es zeigt Verlässlichkeit, Wertschätzung und Professionalität.


A-B-E-R: 

Ich habe gemerkt, dass ich dieses Tempo längst auch ins Private übernommen habe.

Und genau da wird’s dann halt anstrengend.

 

Im privaten Kontext bedeutet „sofort reagieren“ nämlich oft unnötiger Druck, Unruhe, hohe Erwartungshaltung und ganz viel Kopfkino: Warum antwortet sie nicht? Hab‘ ich was übersehen?

Sollte ich nochmal nachfragen? ... 

 

Jetzt, 3 Wochen später kann ich sagen: (private) Nachrichten dürfen auch mal warten. Anrufe dürfen auch mal durchklingeln. Nicht aus Ignoranz. Sondern, weil man eben gerade lebt, kocht, Auto fährt oder sich mit seiner Tochter unterhält ...

Und das Verrückte: Es passiert meist trotzdem nichts. Keine Katastrophe. Keine Krise. Keine Eskalation. 

 

 

Weniger Reaktion = mehr Gelassenheit

Was ich also wirklich gelernt habe:


Vielleicht ist es gar nicht die fehlende Erreichbarkeit, die uns stresst, sondern die Erwartung, immer sofort reagieren zu müssen?


Denn wenn man diese Erwartungshaltung dann ein Stück weit loslassen kann, wird es tatsächlich erstaunlich ruhig. Und ganz ehrlich: Das Allermeiste KANN warten (sogar beruflich)... 

 

Dann war da noch Social Media

Ich hab‘ ernsthaft überlegt meine Accounts zu löschen.  Wirklich. Alle weg. Kein Scrollen mehr, kein Vergleichen, kein „nur mal kurz schauen“, das dann eh wieder 45 Minuten dauert ...

 

A-B-E-R: 

Weil ich plötzlich soviel Zeit zum Nachdenken hatte 😉(was an sich ja schon verdächtig ist), kam mir auch noch ein weiterer Gedanke:


Vielleicht ist gar nicht Social Media das Problem, sondern das, was wir daraus gemacht haben.


Vielleicht brauchen wir einfach weniger Bad-News in Dauerschleife, weniger Weltuntergang und weniger Selbstoptimierungs-Gurus – dafür mehr Leichtigkeit, mehr Humor, mehr Gedanken, die nicht stressen – sondern einfach mal kurz die Mundwinkel nach oben schießen lassen. 


Deshalb sind meine Accounts also noch da.

Und ich werde weiterhin die kleinen Momente und schönen Erinnerungen mit euch teilen. Werde weiterhin über Dinge schreiben, die mich beschäftigen oder Gedanken, über die es sich nachzudenken lohnt. Nicht weltbewegend. Aber vielleicht genau deshalb ganz angenehm ... Und wenn dabei hin und wieder jemand mitliest und schmunzelt – dann freut mich das natürlich 😉.


Ich werde Social Media also auch weiterhin nutzen. Wenn auch ein bisschen anders: mit weniger Druck, weniger Erwartungshaltung, weniger Durchscrollen – dafür mit genauerem Hinschauen. Denn,


vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis ja die: 

Man muss nicht komplett verzichten, nur bewusster konsumieren! 



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